Zucker – Staatsfeind Nummer eins?

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Erst war es Fett, auf das wir am besten vollständig verzichten sollten. Butter wurde durch fettreduzierte Margarine ersetzt. Statt vollfett Milch und Käse wurde zu light Produkten gegriffen. Die Ernährungsweisheit „Fett macht fett.“ herrschte seit den 1950er Jahren. Heute 2016 müssen wir feststellen: Trotz des „Light“-Wahns werden die Menschen immer „dicker“. Ist Fett dann vielleicht doch nicht der Übeltäter?

Zucker oder Fett; wer ist der Täter?

Inspiriert und fasziniert von Amelia Freers Buch „Glow“ dreht sich bei mir heute alles um die Suche nach dem Dickmacher Nummer eins. Ist es Zucker oder Fett? Unzureichende wissenschaftliche Erkenntnisse und falsche Auslegung legten zunächst nahe, es sei Fett, das fett macht. Die Nahrungsmittelindustrie nutze diese Aussage und schmiss viele „fettfrei“ und fettreduzierte Fertigprodukte auf den Markt. Das Problem: Fett ist Geschmacksträger. Der fehlende Geschmack in fettreduzierten Produkten wurde durch Zucker ersetzt. Das Ergebnis: Seither nehmen wir Mengen an Zucker zu uns, die der Körper nicht braucht. Der überschüssige Zucker wird im Körper zu Fett umgewandelt, das sich vor allem um die Körper Mitte und Organe legt. Wir werden fett (und krank) durch zu viel Zucker.

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Auf Zucker verzichten?

Wenn Zucker fett macht, muss ich dann auf ihn verzichten, um gesund und fit zu Leben? Diese Frage drängte sich mir im Anschluss an die Feststellung Freers auf, dass Zucker dick macht. Um mich jedoch von einer so krassen und einschneidenden Entscheidung zu überzeugen, musste ich mir erst einmal darüber klar werden, was Zucker ist, worin er steckt, was er mit dem Körper tut und wofür man ihn überhaupt braucht, wenn er doch so schlecht ist!

Der Zweck von Zucker!

Zucker ist Energie. Braucht der Körper Energie, braucht er Zucker. Zucker an sich ist also nichts Böses. Wie in so vielen Fällen macht auch bei Zucker die Dosierung das Gift. Ist man ständig auf Achse, bewegt sich viel, ist Zucker kein Problem. Im Gegenteil, er wird gebraucht. Wer aber wie ich den ganzen Tag am Rechner sitzt und sich höchstens einmal zum heimischen Supermarkt, Shoppen oder kleinen Besorgungen aus dem Haus begibt, der braucht kaum Energie. Da ist auch ein kleines Stück Schokolade oder der Obstsalat schnell zu viel Zucker.

Wo versteckt sich Zucker?

Das fiese an Zucker: Er steckt nicht nur offensichtlich in der Tafel Schokolade, die so verlockend auf unserem Schreibtisch liegt. Nein, auch die Pastasauce und das Porridge zum Frühstück sind Zuckerlieferanten. Dass Zucker wesentlicher Bestandteil vieler Fertiggerichte ist, wissen mittlerweile viele, die sich etwas mit dem Thema Ernährung auseinander setzten. Wirklich gemein wird es beim versteckten Zucker bzw. den Stoffen, die vom Körper in Zucker umgewandelt werden wie Kohlehydrate und Alkohol. Ja, auch ein frische Scheibe Vollkornbrot vom Bäcker enthält Zucker, ohne dass er auf der Verpackung steht. Dem Körper ist es egal, welche Form der Zucker hat – natürlicher Fruchtzucker hat die gleiche Wirkung auf Gehirn und Körper wie raffinierter weißer Zucker.

Zucker macht süchtig!

Der Spruch „Zucker macht süchtig!“ sagt sich schnell daher, hat aber viel Wahres in sich. Tatsächlich haben Studien bewiesen, dass Zucker sogar noch süchtiger macht als Kokain. Was dabei süchtig macht, ist zum einen die Reaktion des Körpers auf Zucker: Insulin heißt hier das Schlagwort, das sicher schon einige gehört haben. Insulin wird ausgeschüttet, um den Blutzuckerspiegel nach einem zuckerhaltigen Mahl zu senken. Es arbeitet sehr effektiv, sodass der Blutzuckerspiegel schnell zu niedrig werden kann. Hunger und ein aus dem Gleichgewicht geratener Kreislauf sind die Folge – der Körper verlangt nach neuer Energie. Der schnellste Energielieferant? Genau: Zucker oder Kohlehydrate! Und das Spiel beginnt von vorne!
Zudem sorgt Zucker dafür, dass unser Gehirn ein Gute-Laune-Hormon ausschüttet. Lässt diese Wirkung des Zuckers nach, verlangt der Körper nach mehr, um das Glücksgefühl wiederherzustellen. Verweigern wir dann den Zucker, fühlen wir uns schwach und launisch. Ein typischer Zyklus also, der auch für andere abhängig machende Drogen gilt.

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Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Und nun? Nie wieder Schokolade? Nie wieder ein Glas Rotwein? Ein absolutes Verbot ist aus meiner Sicht und vor allem Erfahrung niemals eine gute Idee. Es führt nur dazu, dass ich das Verbotene nur noch mehr möchte und in Fressattacken mit schlechtem Gewissen in mich hineinstopfe. Außerdem steht zu Beginn die Feststellung, dass man Zucker braucht – als Energielieferant. Wenn ich mich also mehr bewege, ist auch ein bisschen Zucker drin. Wenn jedoch Zucker, dann lieber den natürlichen, denn der Körper ist zwar nicht dafür gemacht große Mengen von Zucker zu verarbeiten, aber er ist darauf eingestellt natürlichen Zucker in Maßen aus Obst und Gemüse aufzunehmen.
Wie man das hinbekommt? Mit Paleo habe ich sicher schon einen Schritt in die Richtige Richtung gemacht, denn Industriezucker und verarbeitete Lebensmittel stehen damit nicht mehr auf dem Speiseplan. Allerdings erwische auch ich mich, wenn ich ganz ehrlich bin, oft dabei einen Paleo Keks oder Frucht-Nuss-Snack mehr zu essen, als unbedingt notwendig.
Für all diejenigen, die es auch ohne gleich auf Paleo umsteigen zu wollen, die Zuckerregulierung ausprobieren wollen, empfiehlt Amelia Freer zum Durchbrechen des täglichen Suchtkreislaufes die totale Abstinenz. Sieben Tage lang auf alles Zuckerhaltige zu verzichten ist ihre Empfehlung, um im Anschluss auf ein gesundes Maß an Zucker umzustellen. Dabei hilft hochwertiges Eiweiß zu jeder Mahlzeit und die aktive Arbeit daran, Zucker nicht mehr als Belohnung oder Trost zu sehen, sondern als das, was es ist: Ein Energiequelle, die bei Überdosis dick, müde, unglücklich und im schlimmsten Fall krank macht.

Ich hoffe ich habe euch eure Schoki jetzt nicht madig gemacht, sondern euch eher zum Nachdenken und Hinterfragen der eignen Essgewohnheiten angeregt. Ich bin gespannt auf eure Kommentar zum Thema „Zuckerverzicht“!

Advance Your Style
xoxo Hella

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Kommentare (5)

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    Andrea

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    Ich fand den Artikel super spannend, darüber habe ich auch schon öfters nachgedacht!

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    Rina

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    Sehr spannender und gut geschriebener Artikel. Meine Mutter ist Anwältin und beschäftigt sich viel mit Lebensmittelrecht. Dadurch arbeitet Sie mit vielen Herstellern von beispielsweise Nahrungsergänzungsmitteln zusammen. Sie ist also gut informiert und würde alles so, wie du es geschrieben hast abnicken. Ich bin sehr angetan. Weiter so!

    Liebste Grüße,
    Rina https://darlingrina.wordpress.com/2016/10/12/ootd-ombre-other-stories/

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    Kaja

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    Hej, während ich gerade mir die ersten Spekulatius rein pfeife , treffe ich auf Deinen sehr gelungenen Beitrag, – so (kurz) vor Weihnachten, + mit deinen fantastisch leckeren Bildern. Auch ich habe mal 1 Jahr auf alles was „weiss“ ist verzichtet, keine Milch, Mehl, Zucker, Reis, Kartoffel, … 1x in der Woche durfte dann auch mal Pasta gegessen werden, aber ich brauchte es garnicht mehr Glasnudeln aus Mungobohnen gingen ganz hervorragend, und Gerichte mit Kürbis habe ich geliebt. – Auch wenn ich jetzt wieder „normal“ esse, habe ich in der Zeit gemerkt wie gut es mir ging viel energiegeladener, aktiver und keinen schweren Bauch mehr hatte. – Eine Freundin von mir hat auch nach Paleo gelebt und bis auf die Weihnachtskekse die ihr nicht so ganz gemundet haben und auch in der Herstellung (Kokosmehl, …) etwas teuerer sind, hat sie knapp ein halbes Jahr gut so gelebt. Ich danke Dir für die Erinnerung!! Vielleicht gerade vor Weihnachten und den dunklen Tagen sehr wichtig, mal wieder etwas für sich zu tun.
    xx, Kaja // http://www.justblossom.de

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    Christine

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    Ich halte es da wie bei allem zum Thema Ernährung: zu viel ist nie gut; in Maßen ist es okay. Ich habe eine zeitlang mal komplett auf Zucker verzichten und na ja. Ich habe mich ehrlich gesagt nicht sonderlich anders gefühlt. Also habe ich wieder angefangen hin und wieder Süßes mit Zucker zu essen und finde ich habe da nun einen guten Mittelweg erwischt.

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    Lale

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    Liebe Hella,
    ich finde deine Einstellung vorgegebene Ernährungsweisheiten auch mal zu hinterfragen total wichtig! Ich denke komplett auf Zucker zu verzichten ist tatsächlich unmöglich und auch gar nicht notwendig. Sich hin und wieder mal etwas leckeres zu gönnen gehört doch zum Leben dazu ♥ Nur sollten wir das alles bewusst genießen. Das hast du ganz toll beschrieben und begründet! Danke dafür :-)
    Liebste Grüße, Lale
    http://www.awaking-fitness.com/de/

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